HANF

Hanf (Cannabis Sativa L.) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Hanf weltweit in vielfältigster Weise genutzt. 1929 begann die Prohibition, welche heute weitestgehend aufgelöst wird. Der Hanf erfährt weltweit eine verdiente Renaissance und wird in über 50.000 Produkten verarbeitet.

Hanf in der Medizin​​

Aufgrund des breiten Wirkungsspektrum ist Cannabis sehr vielseitig einsetzbar: Beispielsweise in der Onkologie, Schmerztherapie, Asthma, Tinnitus, Grüner Star, Epilepsie, Alzheimer, entzündliche Darmerkrankungen u.v.m.

Hanf in der Automobilindustrie​​

Hanffasern werden für die Pressung von Innenauskleidung und die Fertigung von gegossenen Armaturen eingesetzt. Lotus vertraut bei der Karosserie seines Sportcars ECO ELISE auf einen Hanf-Verbundstoff. Zudem überzeugt Hanf durch das geringe Gewicht und den hohen Sicherheitseffekt.

Hanf in der Bauwirtschaft​​

Hanf besticht durch Top Eigenschaften bei der Hausdämmung, der Nachhaltigkeit und hat als einziger Dämmstoff das EU Prädikat „Naturplus“ verliehen bekommen. Hanfbacksteine, Betonveredelung, geringe Energiekosten bei der Produktion und eine umweltfreundliche Entsorgung, machen das Produkt besonders attraktiv. Hier werden weiterhin Wachstumsraten weit über dem Marktdurchschnitt erwartet.

Hanf in der Chemieindustrie​​

Hanf ist besonders interessant in der Gewinnung von Biokunstoff und eine zukunftsorientierte Alternative zu Rohöl. Ebenso für technische Öle, Farben und Tenside.

Hanf in der Landwirtschaft​​

Die Pflanze ist durch ihr eigenes THC besonders gut gegen Pilze und Schädlinge geschützt, hier spart man sich den Einsatz von Chemikalien in Form von Pestiziden. Die Revitalisierung der Agrarflächen – durch Hanf als Zwischenfrucht – ist bei vorhandener Monokultur besonders wertvoll. Hanf ist auch in der Vieh- und Haustierhaltung als Einstreu und Futtermittel im Einsatz.

Hanf in der Lebensmittelbranche​​

Aus Hanf werden gesunde Öle mit ungesättigten Fettsäuren gewonnen. Backwaren und Müslis mit Ballastoffen angereichert und er ist ein Lieferant für hochwertige Vegane Proteine. Hanf ist ein natürlicher Geschmacksverstärker, der bspw. in Getränken verwendet wird. Er ist aufgrund seiner sehr guten Nährwerte bereits seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil des Speiseplans.

Hanf in der Papierindustrie​​

Hanfpapier zeichnet sich durch seine höhere Reiß-, Zug- und Nassfestigkeit aus. Die Produkte sind vor allem Spezialpapiere wie z.B. Banknoten und Zigarettenpapier. 

Hanf in der Biologie​​

Hanf gehört zu der Familie der Cannabiceae (Hanfgewächse) und ist der nächste Verwandte des Hopfens (lat. Humulus lupulus). Dieser gehört zur Ordnung Urticales (Bäume, Sträucher, verholzte und krautige Kletterpflanzen).

Hanf in der Geschichte​​

Hanf war über sechs Jahrtausende der ökonomisch wichtige Lieferant für Fasern, Nahrungsmittel und Medizin. Er wurde in fast allen europäischen und asiatischen Ländern angebaut und stellte eine wichtige Rolle in der Herstellung von Seilen, Segeltuch, Bekleidungstextilien, Papier und Ölprodukten dar. Die ersten Schriften gehen auf ein rund 4700 Jahre altes chinesisches Lehrbuch über Botanik und Heilkunst zurück.

Hanf in der Politik​​

Hanf wird in der weltweiten Politik in den letzten Jahren stark thematisiert und ist schon seit Jahrhunderten Thema.

Hanf als Genussmittel

Der Gebrauch von Cannabis als Genussmittel gehört zu den ältesten Rauscherfahrungen der Menschheit. Trotz des nahezu weltweiten Verbots seit Mitte des letzten Jahrhunderts, ist es ist das mit Abstand, am häufigsten konsumierte Rauschmittel. Die Generation unserer Großeltern besaß ein wertvolles Wissen um Wirkung und Nebenwirkung von Cannabis. Dies ist die beste Vorbeugung gegen Missbrauch und Sucht.

Die berauschende Wirkung von Cannabis beruht auf dem Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Meist wird Cannabis geraucht, die Wirkung setzt bereits nach ca. 5- 10 Minuten ein und hält je nach Dosis zwei bis vier Stunden an. Cannabis kann aber auch gegessen bzw. getrunken werden. So wirkt es erst nach 40- 60 Minuten, dabei kann es bis zu 10 Stunden anhalten.

Cannabis wirkt euphorisierend und kann in hohen Dosen Halluzinationen auslösen. Konsumenten berichten von einer Verstärkung von Sinneseindrücken und Empfindungen, während Leistungs- und Konkurrenzdruck an Bedeutung verlieren. Das Zeitgefühl ist unter dem Einfluss der Droge verändert, oft scheint die Zeit langsamer zu vergehen.

Diese erklären sich überwiegend aus den akuten Wirkungen der Cannabinoide und klingen mit dem Ende des Rauschzustandes schnell ab.

In der Medizin werden diese Effekte für die Therapie genutzt. Nebenwirkungen sind: gerötete Augen (gesenkter Augeninnendruck), erhöhtes Hungergefühl, Konzentrationsschwierigkeiten, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses-Vergesslichkeit, leichte motorische Störungen, Schlafstörungen, Reizüberflutung. Unter Umständen kann es zu so genannten “toxischen Psychosen” kommen. Diese äußern sich z.B. in Gefühlen wie, die Wirkung hört nie wieder auf, alle sprechen über mich, gucken mich an; oft begleitet von Angstzuständen. Auch die Konsumform spielt bei der Risikobewertung eine Rolle, so steht z.B. das Rauchen von Cannabis im Verdacht krebserregend zu sein.

Abhängigkeit: Es sind nur geringe Gewöhnungseffekte und organische Auswirkungen bekannt. Anders als bei vielen anderen Rauschmitteln, ist der Konsumverzicht, deshalb auch nicht von nennenswerten Entzugssymptomen begleitet. Eine körperliche Abhängigkeit vom Wirkstoff THC, existiert nicht. Allerdings geht man heute davon aus, dass bei Konsumenten zu einer psychischen Abhängigkeit kommen kann. Das Risiko einer Abhängigkeit ist umso größer, je früher der erste Konsum erfolgte.

Überdosis – Die Toxizität von Cannabis ist im Vergleich mit anderen Rauschmitteln äußerst gering. Eine letale (tödliche) Dosierung wurde zwar aus dem Tierversuch errechnet, ist aber praktisch nicht zu erreichen.

Viele der “Gefahren” die angeblich von Cannabis ausgehen, erwiesen sich bei wissenschaftlicher Überprüfung als Propagandalügen. So gilt Cannabis heute nicht mehr als Einstiegsdroge und es führt nicht zu Unfruchtbarkeit.

Hinweis: Bei unerwünschten Nebenwirkungen konsultieren Sie bitte eine Suchtberatung Einrichtung in Ihrer Nähe!

ws-hc unterstützt den breiten Diskurs zur Rekultivierung der Hanfpflanze. In diesem Zuge fördern wir den Deutschen Hanfverband (DHV). www.hanfverband.de